Schimmel-Ratgeber
Die fachgerechte Schimmelpilz-Sanierung
Verhindern Sie weiteres Schimmelwachstum indem Sie den betroffenen Stellen durch gezieltes Lüften und Heizen Feuchtigkeit entziehen.
Jedoch hat dies auch starke Luftbewegungen zur Folge. Hierbei werden die Schimmelpilzsporen kräftig durcheinandergewirbelt und überall im Raum
verteilt. Lüften Sie also erst, wenn die Schimmelpilzsporen entfernt wurden, beispielsweise indem Sie die betroffenen Stellen abwischen oder absaugen (siehe weiter unten). Auf diese Art können Sie größere Mengen von Schimmelpilzsporen in der Umgebungsluft vermeiden.
Beginnen Sie bei starkem Befall möglichst bald mit der Sanierung. Ist dies nicht sofort möglich, können Sie die betroffenen Stellen vorübergehend auch reinigen und desinfizieren.
Achten Sie darauf, dass Sie hierbei keinen Staub aufwirbeln, denn dieser enthält Schimmelpilzsporen, welche im Raum verteilt werden und somit an anderen Stellen gedeihen könnten. Außerdem könnten Sie die befallenen Stellen vorübergehend abdecken oder isolieren. Zur Desinfektion verwenden Sie auf feuchten Flächen am besten 80 prozentigen Ethylalkohol (Ethanol)
sowie auf trockenen Flächen 70 prozentigen Ethylalkohol. Brennspiritus verdünnen Sie am besten pro Liter mit ein bis zwei Tassen Wasser. Tragen Sie hierbei Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille. Denken Sie daran, dass Alkohol leicht entzündlich ist. Um einen Brand oder eine Explosion zu vermeiden sollten Sie also ordentlich lüften und nicht rauchen.
Link-Tipp:
Schimmelpilzsanierungs-Leitfaden: Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen, Umweltbundesamt, Berlin.
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2951.pdf
Schimmelpilze vollständig entfernen
Ziel einer Schimmelsanierung ist die vollständige Entfernung der Schimmelpilze. Die ledigliche Tötung der Schimmelpilze ist nicht ausreichend, denn auch deren Rückstände können allergische oder reizende Reaktionen auslösen.
Fungizide: Fungizide sind Mittel zur Abtötung von Pilzen. Verzichten Sie in Innenräumen auf deren Einsatz, denn Fungizide können durchaus gesundheitsschädigende Nebenwirkungen aufweisen.
Grund: Bei intensiver Anwendung von Fungiziden sind gesundheitliche Risiken nicht auszuschließen.
Die Anwendung von Essig ist auch nicht unbedingt anzuraten, da einige Baustoffe die Essigsäure neutralisieren und sie somit unwirksam machen.
Bei glatten Oberflächen - wie Metall, Keramik oder Glas - können Sie Schimmelpilze einfach mit Wasser und handelsüblichen Haushaltsreinigern beseitigen.
Desinfizieren Sie anschließend die Flächen mit Alkohol - s.oben.
Befallene poröse Materialien - .wie Tapeten, Gipskartonplatten, poröses Mauerwerk, poröse Deckenverschalungen können Sie nicht reinigen.
Bei einfach ausbaubaren Baustoffen, beispielsweise Gipskartonplatten oder Leichtbauwände sollten Sie vollständig ausbauen und entsorgen. Sind nicht ausbaubare Baustoffe stark mit Schimmel befallen, bleibt Ihnen nur das schichtweise Abtragen dieser Baustoffe bis zur vollständigen Beseitigung des Schimmels.
Feuchtes Holz mit aktivem Schimmelpilzwachstum können Sie nicht so ohne Weiteres sanieren.
In den meisten Fällen müssen Sie es entsorgen. Können diese Bauteile z.B. aus statischen Gründen nicht so einfach entfernt werden, können Sie oberflächlichen Befall durch Abschleifen beseitigen.
Befallene Möbelstücke mit geschlossener Oberfläche, wie Stühle oder Schränke, können Sie an der Oberfläche feucht reinigen und trocknen. Desinfizieren Sie die Flächen anschließend mit 70 prozentigem Ethylalkohol. Beachten Sie hier wiederum die Brand- bzw. Explosionsgefahr.
Stark befallene Einrichtungsgegenstände also Polstermöbel wie Sessel oder Sofas. Hier steht der Aufwand der Sanierung kaum in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert des Möbelstücks. Hier bleibt Ihnen in den meisten Fällen nur die Entsorgung. Das gleiche gilt in der Regel für Heimtextilien wie Teppiche, Gardinen oder Vorhänge.
Der Reinigungsaufwand übersteigt auch hier oft den Wert der befallenen Objekte.
Im Normalfall sollten sie entsorgt werden. Befallene Haushaltstextilien - wie Teppiche oder Vorhänge - sind zumeist ebenfalls
nur mit großem Aufwand zu reinigen. Bei starkem Befall sollten auch diese besser entsorgt werden.
Was Sie bei der Sanierung beachten müssen
Kleinere Sanierungen, d.h. bei nur oberflächlichem Befall auf kleinen Flächen bis etwa 0,4m2 (beispielsweise 50 x 80cm) können Sie im Prinzip selbst durchführen. Vorausgesetzt Sie sind bei guter Gesundheit, besteht hier auch kein Risiko für Sie. Dennoch sollten Sie bei dieser Aktion Mundschutz, Handschuhe und Schutzbrille tragen. Sind Sie jedoch Allergiker und leiden unter chronischen Atemwegserkrankungen oder Ihr Immunsystem ist geschwächt, sollten Sie die Sanierung nicht selbst vornehmen, da die Schimmelpilzsporen Ihre Gesundheit noch weiter schädigen können.
Bei massivem, großflächigem Schimmelpilzbefall Lassen Sie starken und großflächigem Schimmelpilzbefall lieber von erfahrenen Spezialisten durchführen. Die Gefahr, dass hierbei große Mengen an gesundheitsschädigenden Pilzsporen freigesetzt werden ist nämlich sehr groß. Achten Sie bei der Auswahl der Sanierungsfirma darauf, dass diese mit derartigen Arbeiten und den dazugehörenden Vorschriften und Schutzmaßnahmen vertraut ist. .
Beispiel für die richtige Vorgehensweise bei der Eigensanierung:
Entfernen Sie befallene Tapeten vollständig. Andere oberflächlich befallene Flächen können Sie feucht abwischen oder mittels Staubsauger mit Feinstaubfilter (HEPA-Filter der bei modernen Bodenstaubsaugern in der Regel serienmäßig ist) absaugen. Desinfizieren Sie die gereinigten Flächen anschließend mit 70 bis 80 prozentigem Ethylalkohol und entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort. Denken Sie beim Umgang mit Alkohol an die Brand- und Explosionsgefahr. Verwenden Sie also immer nur geringe Mengen und lüften Sie ordentlich. Dass Rauchen und offene Flammen ebenfalls tabu sind, ist selbstverständlich. Tragen Sie sicherheitshalber Mundschutz, Schutzbrille und Handschuhe. Reinigen Sie die umliegenden Flächen der sanierten Stelle anschließend mit einem feuchten Lappen, um evtl. verbliebenen Feinstaub zu beseitigen. Die durch die Sanierung angefallenen und mit Schimmelpilzen und -sporen verseuchten Abfälle packen Sie am besten in Plastiktüten, welche Sie fest verschlossen mit dem Hausmüll entsorgen.
Quelle: Umweltbundesamt: Berlin: Wenn das Hochwasser zurückgeht, kommt der Schimmelpilz. Umweltbundesamt gibt Tipps gegen gesundheitsgefährdende Schimmelpilzbildung (Presse-Information des Umweltbundesamtes vom 30.08.2002)
http://www.hygieneinspektoren.de/fachinformationen/sonstiges/schimmel.pdf