Kleines Estrich-Lexikon!
Estrich-Ratgeber
• Abriss elastischer Fugen • Anhydritestrich • Aufschüsseln • Aufschüsselung • Belegreife • Bindemittel • Calciumsulfatestrich • CM-Messung • Einbau- und Verlegetechnik • Elastische Beläge • Elastische Fugen • Estrich • Estrich auf einer Trennschicht • Fliesenverlegung • Fließestrich • Fuge • Fugenabriss • Gussasphaltestrich • Heizestrich • Konstruktion • Kunstharzestrich • Laminatboden • Magnesitestrich • Parkett • Restfeuchte • Restschwinden • Rissbildung • Rückverformung • Scheinfuge • Schwimmender Estrich • Stein- und keramische Beläge • Textile Beläge • Trockenestrich • Trocknungszeiten von Estrich • Verbundestrich • Zementestrich
Estrich
Estrich dient im Allgemeinen als Untergrund für Fußbodenbeläge; er kann je nach Art und Ausführung auch als direkt
nutzbarer Boden dienen. Mann kann Estrich auf einem tragenden Untergrund oder auf einer trennenden Folie
bzw. einer Dämmschicht (Schwimmender Estrich) aufbringen. Estrich wird im flüssigen Zustand vergossen und härtet anschließend aus.
Meist wird diese Schicht aus Zement hergestellt, es wird jedoch auch Kalk, Gips oder Mörtel verwendet.
Estriche werden erstens nach ihren Bindemitteln, zweitens nach ihren Konstruktionsarten und drittens nach der Einbau- und Verlegetechnik unterschieden:
Unterscheidung nach Einbau- und Verlegetechnik
Fließestrich wird in der Regel als Trockenmörtel angeliefert und auf der Baustelle mit Wasser angemischt. Große Vorteile sind
die einfache Verarbeitung und eine selbstnivellierende Oberfläche. Ein Abziehen der Oberfläche ist also nicht mehr notwendig.
Gut geeignete Fließestriche sind der der Anhydritestrich oder der Zementestrich Beide werden als Fließestrich geliefert und
verarbeitet. Fließestriche können Sie nach zwei Tagen begehen und nach fünf Tagen belasten. Achten Sie bei allen Fließestrichen
unbedingt auf ausreichende Austrocknungszeit.
Trockenestrich Eine andere Art ist der Trockenestrich , der sich - wie schon der Name besagt - besonders für den
Trockenausbau eignet. Er wird in Elementen auf Basis von Gips oder Holzfasern angeboten, die mit Nut-und-Feder-Verbindungen mit geeigneten Klebern verklebt werden.
Hierbei werden Holzspanplatten, OSB-Platten, Holzhartfaserplatten, Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten, Perliteplatten und zementäre Estrichplatten eingesetzt.
Vorteil: Aufgrund der guten Oberflächenbeschaffenheit muß kein Putz mehr aufgetragen werden, womit sich eine Trocknungsphase
praktisch erübrigt. Trockenestriche werden in der Regel dort eingesetzt, wo Ausbau- bzw. Renovierungsarbeiten schnell abgeschlossen sein müssen, z.B. in Altbauten.
Unterscheidung nach Bindemitteln:
Folgende Fließestiche finden Anwendung: Zementestrich (CT), Gussasphaltestrich (AS), Kunstharzestrich (SR), Calciumsulfatestrich (CA) (Anhydritestrich) oder Magnesitestrich (MA).
Unterscheidung nach Konstruktionsarten:
Verbundestrich ist der strapazierfähigste Estrich. Er verbindet sich fest mit dem darunter liegenden Rohbeton.
Estrich auf einer Trennschicht bzw. Trennlage: Zwischen dem Rohbetonuntergrund und dem Estrichbelag befindet sich eine Trennschicht, welche eine Verbindung zwischen den beiden Schichten verhindert. Im Normalfall wird eine zweilagige Polyethylenfolie verwendet. Hierbei muss der Untergrund aus Rohbeton absolut eben sein. Bei dieser Konstruktionsart ist die Gefahr von Schäden am Größten.
Als "Schwimmenden Estrich" bzw. "Heizestrich" wird auf eine Dämmschicht, z.B. auf eine Dämmplatte (Trittschalldämmung und/oder Wärmedämmung z.B. aus druckfestem Schaumglas oder expandiertem Polystyrol (EPS)) aufgebracht. Der Estrich wird dabei seitlich von Dämmstreifen umgeben, um so schall- oder wärmeübertragende Verbindungen zum restlichen Gebäude auszuschließen ("schwimmen"). Im oberen Bereich der Dämmschicht oder im Mörtel des Heizestrichs können Heizelemente bzw. Rohrleitungen für eine Fußbodenheizung verlegt werden.
Estrich trocknen
Lösen elastischer Fugen: Das unschöne Ablösen elastischer Verfugungen bei Fliesenbelägen wird durch
Oberflächenveränderungen des Estrichs während seiner Trocknungsphase verursacht. Hierbei wird das Volumen des Estrich verringert,
der zur Aufschüsselung führt.
Aufschüsselung: Der Estrich verliert beim Trocknungsprozess an Feuchtigkeit und damit an Volumen. Hierbei heben sich die
Randbereiche der Platte an. Dieser Vorgang wird auch als Aufschüsselung bezeichnet. Durch die fachgerechte technische
Bautrocknung können Sie die Aufschüsselung vermeiden.
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CM-Messung: Das Calciumcarbid-Messgerät (CM) dient der Messung der Restfeuchte im Estrich.
Durch Vergleich der Messwerte und den zulässigen CM-Werten kann entschieden werden, ob der Estrich belegreif ist, d.h.
ob der Fussbodenbelag gelegt werden kann oder nicht.
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Belegreife: Ist der Zustand in dem die Restfeuchte im Estrich so gering ist, dass die zulässigen CM-Werten
erreicht sind und der Bodenbelag gelegt werden kann.
Lassen Sie nicht zuviel Zeit vergehen, den belegreifen Estrich zu belegen. Öffnen Sie nämlich nach erfolgter Trocknung die
Fenster - vielleicht, um die frische, warme Sommernachtsluft herein zu lassen - so nimmt der Estrich wieder die Feuchtigkeit
aus der Luft auf, um ein Gleichgewicht zur Umgebung herzustellen.
Restfeuchte: Prüfen Sie die Restfeuchte im Estrich bevor Sie ihm einen Belag verpassen. Hierzu dient die so genannte CM-Messung.
Rissbildung und Scheinfugen: In sehr seltenen Fällen kann es bei der technischen Bautrocknung zu Rissen im Estrich
kommen. Diese entstehen, wenn sich bei der Trocknung im Estrich Spannungen abbauen. Dies ist nicht weiter tragisch, denn der
Riss wirkt wie eine Scheinfuge und beeinträchtigt nach ordnungsgemäßer Reparatur nicht die Qualität des Estrichs.
Risse und Scheinfugen müssen ordentlich repariert werden. Dies sollte allerdings erst nach Erreichen der Belegreife
des Estrichs erfolgen.
Tut man dies eher, reißt der Estrich direkt neben der verharzten Scheinfuge durch das so genannte Restschwinden wieder auf.
Trocknungszeiten von Estrich: Mit Wasser angemischter Estrich muß 4 bis 8 Wochen trocknen, je nach Luftaustausch,
Raumtemperatur sowie relativer und absoluter Luftfeuchte und Bodenbelag. >> Lesen Sie mehr... ·
Ursachen, warum der Estrich nicht rechtzeitig verlegereif ist:
Wenn der Estrich noch zu feucht ist, können folgende Punkte die Ursache sein:
Ungenügende Belüftung, ungünstige klimatische Bedingungen
Der Estrichs ist zu dick(Eine Woche pro cm, doppelte Dicke - vierfache
Austrocknungszeit, 70 mm Schichtdicke statt 50 mm bedeuten eine Verdoppelung
der Austrocknungszeit)
Behinderung der Austrocknung durch Abdecken der Estrichfläche mit grossflächigen
Gegenständen (z.B. Bauplatten, Fliesen, Rigipsplatten)
Hohe Luftfeuchtigkeit durch z.B. frisch verputzte Wände
Vorlauftemperatur der Heizung ist zu niedrig (Zwischen 35°C Vorlauf und 50°C Vorlauf liegen Welten
bei der Austrocknungszeit)
Unbeheizte Bereiche im Estrich
Es ist noch nicht zu spät für die Profi-Termin-Bautrocknung!
Hier wird der Estrich von unten getrocknet, bereits nach 24 Stunden ist der Erfolg deutlich sichtbar...
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